Die Positionsgröße (auch Position Sizing) ist die wichtigste Kennzahl im Risikomanagement. Sie legt fest, wie viele Einheiten eines Wertpapiers (Aktien, Kontrakte, Lots) Sie in einem einzelnen Trade kaufen oder verkaufen. Während der Einstiegspunkt bestimmt, wann Sie handeln, entscheidet die Positionsgröße darüber, ob Sie langfristig am Markt überleben.

Inhaltsverzeichnis
FAQ zum Position Sizing
Die Positionsgröße beschreibt, wie viele Stück eines Wertpapiers oder wie viele Kontrakte Sie in einem einzelnen Trade einsetzen. Sie legt damit fest, welcher Geldbetrag konkret im Markt gebunden ist und wie stark ein Kursverlust Ihr Konto belastet.
Im professionellen Risikomanagement ist die Positionsgröße immer mit der Entfernung des Stop-Loss und der Kontogröße verknüpft. Nur wenn diese drei Faktoren zusammenpassen, bleibt das Risiko pro Trade planbar und reproduzierbar.
Die richtige Einsatz pro Trade schützt Ihr Konto vor zu großen Verlusten in einzelnen Trades. Auch eine gute Strategie kann durch zu hohe Einsätze schnell scheitern, wenn ein Verlusttrade einen spürbaren Teil des Gesamtkapitals vernichtet.
Viele Trader arbeiten deshalb mit einer festen Obergrenze, zum Beispiel 1 bis 2 Prozent des Kontos pro Trade. So bleibt die Verlustserie einzelner Fehltrades begrenzt, und das Konto hat genügend Puffer, um Rückschläge auszugleichen.
In der Praxis gehen Trader meist in drei einfachen Schritten vor:
+ Kontogröße und maximalen Risiko-Prozentsatz festlegen (z. B. 1 % pro Trade).
+ Den Abstand zwischen Einstiegskurs und Stop-Loss bestimmen.
+ Daraus berechnen, wie viele Stück oder Kontrakte sich mit diesem Risiko sinnvoll handeln lassen.
Ein einfaches Beispiel: Bei 10.000 Euro Kontogröße und 1 % Risiko pro Trade dürfen Sie 100 Euro verlieren. Liegt der Stop-Loss 2 Euro unter dem Einstiegskurs, teilen Sie 100 Euro durch 2 Euro. So ergibt sich eine Positionsgröße von 50 Stück.
Hier finden Sie einen Rechner. ↗ (ohne Gewähr, Stand Feb. 2026)
Der Einsatz pro Trade beschreibt, wie groß eine einzelne Position im Markt tatsächlich ist. Das bedeutet wie viele Stück oder Kontrakte Sie handeln. Der Hebel legt fest, wie stark Kursbewegungen des Basiswerts auf Ihre Position wirken. Und eine hohe Positionsgröße ohne Hebel kann ähnlich riskant sein wie eine kleinere mit hohem Hebel.
In der Praxis haben sich mehrere Grundansätze etabliert.
Eine sehr häufig verwendete Methode ist die prozentuale Risikomethode beziehungsweise „Fixed Fractional“:
Dabei riskieren Sie pro Trade immer einen festen Prozentsatz Ihres Kontos, zum Beispiel 1 oder 2 Prozent.
Daneben gibt es Modelle mit fester Stückzahl (Fixed Trade Size), bei denen stets dieselbe Handelsgröße gewählt wird. Ansätze auf Basis der Volatilität (größere Schwankungen führen zu kleineren Positionen) sowie mathematisch anspruchsvollere Verfahren wie das Kelly-Kriterium. Die vor allem von fortgeschrittenen Tradern mit statistisch getesteten Strategien eingesetzt werden.
Positionsgröße in verschiedenen Märkten
Bei Aktien bestimmt sich der Einsatz pro Trade in der Regel direkt aus dem Aktienkurs und dem Stop-Loss-Abstand in Euro. Zusätzlich spielt eine Rolle, ob Sie ganze Stückzahlen oder nur bestimmte Mindeststaffelungen kaufen können.
Im CFD- und DAX-Trading steht häufig der Punktwert im Vordergrund: Entscheidend ist, wie viel Euro ein Punkt im Index wert ist und wie viele Punkte Ihr Stop-Loss entfernt liegt. Im Forex- und Krypto-Handel arbeiten viele Trader mit Lot-Größen oder Bruchteilen davon, orientieren sich aber an derselben Grundidee: Risiko in Kontowährung geteilt durch Distanz zum Stop-Loss.
Faustregeln für Handelnde
Eine verbreitete Faustregel lautet, pro Trade nur einen kleinen, festen Prozentsatz des Gesamtkapitals zu riskieren. Deshalb liegen risikobewusste Trader zwischen 0,5 und 2 Prozent pro Position.
Zusätzlich passt eine professionelle Herangehensweise die Positionsgröße an die Volatilität des Marktes an. Je weiter der Stop-Loss aufgrund starker Schwankungen gewählt werden muss, desto kleiner fällt die Positionsgröße aus, sodass das Geldrisiko pro Trade gleich bleibt.
Die Formel zur Positionsgrößenbestimmung
Um Ihre Handelsgröße zu berechnen, benötigen Sie drei Variablen: Ihr Kontokapital, Ihr Risiko pro Trade (in %) und den Abstand zum Stop-Loss.

Beispiel:
- Kontostand: 10.000 €
- Risiko (1%): 100 €
- Einstieg Aktie: 150 € | Stop-Loss: 145 € (Differenz = 5 €)
- Rechnung: 100€/5€=20 Stück
Gängige Methoden im Überblick
- Fixed Fractional (Prozentuales Risiko): Das Risiko ist ein fester Prozentsatz des Kapitals (meist 0,5 % bis 2 %).
- Volatilitätsbasiert: Die Positionsgröße wird an die Marktschwankungen (z. B. via ATR – Average True Range) angepasst. Bei hoher Volatilität wird die Position kleiner, bei niedriger größer.
- Kelly-Kriterium: Ein mathematischer Ansatz, der die Positionsgröße basierend auf der Gewinnwahrscheinlichkeit und dem Auszahlungsprofil optimiert.
Video Kelly-Kriterium
„Weiterführende mathematische Details und Anwendungsbeispiele finden Sie im Fachartikel zur Kelly-Formel bei Wikipedia↗.“
Profi-Tipp für die Praxis
Nutzen Sie immer erst die Festlegung Ihres Risikos in Euro und bestimmen Sie danach die Stückzahl. Wer erst kauft und dann den Stop-Loss „irgendwohin“ legt, betreibt kein Risikomanagement, sondern Glücksspiel.
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