Ölpreis Marktgeflüster Fugmann 13.07.26: Es geht um eine von Donald Trump angekündigte Gebühr für Schiffe in der Straße von Hormus, den erneuten Anstieg des Ölpreises und den starken Abverkauf bei südkoreanischen Chip-Aktien. actior macht das Marktgeflüster von Markus Fugmann lesbar und ordnet die wichtigsten Aussagen sachlich ein.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel basiert auf dem Marktgeflüster-Video von finanzmarktwelt.de. Die actior-Redaktion fasst die zentralen Aussagen zusammen, strukturiert sie für eine bessere Lesbarkeit und ergänzt kurze Begriffserklärungen.
Kurzüberblick: Die 3 wichtigsten Punkte
- Eine von Donald Trump angekündigte Gebühr von 20 Prozent auf Schiffsladungen in der Straße von Hormus könnte nach Einschätzung von Markus Fugmann die Transportkosten für Öl deutlich erhöhen.
- Der südkoreanische Kospi verlor im Video zufolge fast 9 Prozent, während die Aktie des Speicherchipherstellers SK Hynix um mehr als 16 Prozent fiel.
- Steigende Realzinsen und höhere Risikoprämien am Anleihemarkt erschweren laut Markus Fugmann die Finanzierung der geplanten KI-Investitionen großer Technologiekonzerne.
Inhaltsverzeichnis
- Kurzüberblick: Die 3 wichtigsten Punkte
- Ölpreis Marktgeflüster Fugmann 13.07.26: Hormus-Gebühr im Fokus
- Iran-Konflikt und erneute Blockade der Straße von Hormus
- Öl, Erdgas und steigende Energiekosten
- Chip-Abverkauf in Südkorea belastet die Wall Street
- KI-Investitionen treffen auf einen skeptischen Anleihemarkt
- Realzinsen, Gold und der Beginn der Berichtssaison
- Welche Börsenwerte im Video genannt werden
- Was bleibt offen?
- Fazit: Energiekrise und Finanzierungsrisiken rücken zusammen
- Video: Marktgeflüster von finanzmarktwelt.de
Ölpreis Marktgeflüster Fugmann 13.07.26: Hormus-Gebühr im Fokus
Markus Fugmann stellt die Ankündigung von Donald Trump in den Mittelpunkt, für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus eine Gebühr von 20 Prozent auf den Wert der jeweiligen Schiffsladung zu erheben. Die Vereinigten Staaten sollten demnach die Wasserstraße sichern und gleichzeitig die Seeblockade iranischer Häfen wieder in Kraft setzen.
Nach der Beispielrechnung im Video transportiert ein durchschnittlicher Öltanker eine Ladung im Wert von etwa 140 Millionen US-Dollar. Eine Gebühr von 20 Prozent würde deshalb Kosten von rund 28 Millionen US-Dollar je Durchfahrt verursachen.
Zum Vergleich verweist Herr Fugmann auf zuvor diskutierte iranische Forderungen zwischen 150.000 und höchstens 2 Millionen US-Dollar pro Schiff. Die von Trump genannte Summe läge bei dem verwendeten Rechenbeispiel somit mehr als zehnmal so hoch wie die maximale iranische Forderung.
Warum ist das wichtig? Zusätzliche Durchfahrtskosten müssten von Reedereien, Rohstoffhändlern oder Abnehmern getragen werden. Dadurch könnten sich Transport und Beschaffung von Öl verteuern, selbst wenn die physische Lieferung weiterhin möglich wäre.
Die Straße von Hormus ist eine zentrale Wasserstraße für internationale Energieexporte. Einschränkungen, zusätzliche Gebühren oder Sicherheitsrisiken können deshalb Transportkosten erhöhen und die verfügbare Ölmenge am Weltmarkt beeinflussen.
Iran-Konflikt und erneute Blockade der Straße von Hormus
Nach der Darstellung von Markus Fugmann ist der zuvor verkündete Waffenstillstand gescheitert. Ein wesentlicher Streitpunkt sei ein Memorandum, das von den beteiligten Seiten unterschiedlich verstanden werde.
Demnach habe die iranische Seite die Vereinbarung als Zusicherung einer eigenen Kontrolle über die Straße von Hormus interpretiert. Die US-Seite habe dagegen angenommen, dass der Schiffsverkehr wieder unter den Bedingungen vor dem Krieg stattfinden sollte.
Markus Fugmann spricht deshalb von einer strukturellen Krise, die nicht schnell gelöst werden könne. Zudem verweist er auf Angaben, nach denen zuletzt nur noch wenige Schiffe die Wasserstraße passiert hätten und sich der Verkehr erneut einer vollständigen Unterbrechung nähere.
Die erneute amerikanische Seeblockade könnte außerdem den Export iranischen Öls begrenzen. Gleichzeitig rechnet Herr Fugmann damit, dass der Iran versuchen könnte, gegen Schiffe oder Einheiten vorzugehen, die an der Blockade beteiligt sind.
Kurz erklärt: Eine Seeblockade soll verhindern, dass bestimmte Häfen oder Küstenabschnitte von Schiffen erreicht oder verlassen werden. Bereits die Gefahr einer solchen Blockade kann Versicherungs-, Fracht- und Sicherheitskosten erhöhen.
Öl, Erdgas und steigende Energiekosten
Der Ölpreis lag zum Zeitpunkt des Videos deutlich im Plus. Markus Fugmann sieht darin eine unmittelbare Reaktion auf die erneute Eskalation und die angekündigten Gebühren für Schiffe in der Straße von Hormus.
Allerdings geht es nicht nur um Rohöl. Im Video wird darauf hingewiesen, dass auch ein erheblicher Teil des international gehandelten Flüssigerdgases über diese Wasserstraße transportiert wird. Deshalb ist die Entwicklung ebenfalls für europäische Erdgaspreise relevant.
Zugleich verweist Herr Fugmann auf hohe Stromkosten in den Vereinigten Staaten. Die steigende Nachfrage von Rechenzentren trifft dort auf ein ohnehin angespanntes Energieumfeld, während viele Anlagen zusätzlich Dieselgeneratoren für Notfälle benötigen.
Für wen ist das relevant? Steigende Öl-, Gas- und Strompreise können Energieunternehmen, Transportunternehmen, Rechenzentren und industrielle Verbraucher betreffen. Sie beeinflussen außerdem die Inflationserwartungen und damit die Diskussion über die weitere Geldpolitik.
Chip-Abverkauf in Südkorea belastet die Wall Street
Neben dem Iran-Konflikt hebt Markus Fugmann den starken Kursrückgang am südkoreanischen Aktienmarkt hervor. Der Kospi verlor demnach zeitweise fast 9 Prozent, während SK Hynix um mehr als 16 Prozent nachgab.
Das Unternehmen zählt zu den bedeutenden Herstellern von Speicherchips und spielt deshalb eine wichtige Rolle für die KI-Infrastruktur. Noch am vorherigen Freitag seien die in den USA gehandelten Hinterlegungsscheine von SK Hynix bei ihrem Börsenstart um etwa 14 Prozent gestiegen.
Der abrupte Stimmungswechsel belastete anschließend auch amerikanische Halbleiterwerte. Im Video werden unter anderem Broadcom, AMD und Micron als schwächere Titel genannt, während Microsoft und Apple ein freundlicheres Bild zeigten.
Markus Fugmann verweist außerdem auf den hohen Einsatz gehebelter Fonds durch südkoreanische Privatanleger. Nachdem der Aktienmarkt seit Jahresbeginn stark gestiegen war, konnten fallende Kurse durch diese Positionierung zusätzlich verstärkt werden.
SK Hynix produziert unter anderem Speicherchips für Computer, Server und KI-Rechenzentren. Das Unternehmen ist besonders für DRAM-Speicher und leistungsfähige Speicherlösungen für KI-Beschleuniger relevant.
Gehebelte ETFs bilden die tägliche Bewegung eines Index mit einem festgelegten Multiplikator ab. Dadurch steigen sowohl mögliche Gewinne als auch mögliche Verluste, während sich die langfristige Entwicklung deutlich vom zugrunde liegenden Index unterscheiden kann.
KI-Investitionen treffen auf einen skeptischen Anleihemarkt
Die hohen Erwartungen an den Ausbau der KI-Infrastruktur bleiben ein weiteres Kernthema. Markus Fugmann nennt für das laufende Jahr erwartete Investitionen von rund 700 Milliarden US-Dollar und verweist auf deutlich höhere Schätzungen für die folgenden Jahre.
Allerdings steigen gleichzeitig die Finanzierungskosten. Die Risikoaufschläge auf Anleihen großer Technologiekonzerne, die zur Finanzierung neuer Rechenzentren und KI-Projekte ausgegeben wurden, hätten zuletzt zugenommen.
Damit entsteht eine zunehmende Abweichung zwischen Aktien- und Anleihemärkten. Während viele Technologiewerte weiterhin hohe Wachstumserwartungen einpreisen, signalisiert der Anleihemarkt nach Einschätzung von Markus Fugmann wachsende Zweifel an der Finanzierung immer größerer Investitionssummen.
Günstigere KI-Modelle könnten bestehende Geschäftsmodelle treffen
Im Video wird zudem die Möglichkeit günstigerer KI-Modelle aus China angesprochen. Niedrigere Kosten könnten zwar die Nutzung künstlicher Intelligenz erleichtern, gleichzeitig aber Geschäftsmodelle unter Druck setzen, die auf besonders teuren Spitzenmodellen beruhen.
Markus Fugmann verweist dabei auf die umfangreichen Investitionen und finanziellen Verpflichtungen rund um Unternehmen wie OpenAI und Anthropic. Sollten deutlich günstigere Modelle vergleichbare Leistungen liefern, könnten bestehende Umsatz- und Finanzierungsannahmen infrage gestellt werden.
Unternehmen mit geringeren Investitionsausgaben könnten in einem solchen Umfeld relativ besser dastehen. Im Video wird Apple als Beispiel eines Konzerns genannt, der weniger stark als manche Hyperscaler in eigene KI-Infrastruktur investiert.
Kurz erklärt: Als Hyperscaler werden große Cloudanbieter bezeichnet, die Rechenleistung, Datenspeicher und digitale Plattformen in sehr großem Maßstab bereitstellen. Der Ausbau ihrer KI-Infrastruktur wird häufig über laufende Einnahmen, Partnerschaften und den Anleihemarkt finanziert.
Realzinsen, Gold und der Beginn der Berichtssaison
Zusätzlichen Druck sieht Markus Fugmann bei den langfristigen Realzinsen. Die reale Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen, also die nominale Rendite abzüglich der Inflation, sei auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise gestiegen.
Hohe Realzinsen verteuern Kapital und können die Attraktivität risikoreicher Anlagen verringern. Gleichzeitig belasten sie häufig Edelmetalle, weil Gold und Silber keine laufenden Zinsen abwerfen.
Im Video wird Gold bei rund 4.000 US-Dollar und mit einem Tagesverlust von etwa 2,5 Prozent genannt. Auch Silber stand demnach unter Druck.
Zudem beginnt die Berichtssaison der großen US-Banken. Markus Fugmann nennt unter anderem JPMorgan, Bank of America und Goldman Sachs, während die Erwartungen an die Unternehmenszahlen diesmal deutlich höher seien als vor der vorherigen Berichtssaison.
Parallel richtet sich der Blick auf eine Anhörung des neuen Vorsitzenden der US-Notenbank vor den Bankenausschüssen von Senat und Repräsentantenhaus. Dabei dürfte es insbesondere um Geldpolitik, Inflation und die Entwicklung der langfristigen Zinsen gehen.
Welche Börsenwerte im Video genannt werden
- SK Hynix: Der südkoreanische Speicherchiphersteller steht wegen des starken Kursverlusts und seiner Bedeutung für KI-Rechenzentren im Mittelpunkt.
- Broadcom: Das Halbleiterunternehmen wird als einer der an der Wall Street schwächeren Chipwerte genannt.
- AMD: Der Hersteller von Prozessoren und KI-Beschleunigern gehört im Video ebenfalls zu den belasteten Halbleiteraktien.
- Micron: Der US-Speicherchiphersteller wird im Zusammenhang mit dem internationalen Abverkauf bei Chip-Aktien erwähnt.
- Microsoft: Die Aktie zeigt laut der im Video betrachteten Marktübersicht relative Stärke gegenüber mehreren Halbleiterwerten.
- Apple: Das Unternehmen wird wegen seiner vergleichsweise niedrigeren Investitionen in eigene KI-Infrastruktur und der positiven Kursentwicklung genannt.
- JPMorgan, Bank of America und Goldman Sachs: Die Banken stehen zum Beginn der neuen US-Berichtssaison im Fokus.
Was bleibt offen?
- Ob und in welcher Form die angekündigte 20-Prozent-Gebühr für Schiffsladungen tatsächlich umgesetzt wird.
- Wie lange der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt bleibt.
- Ob sich der Abverkauf südkoreanischer Chip-Aktien auf weitere internationale Technologiewerte ausweitet.
- Wie dauerhaft der Anleihemarkt die Finanzierung der geplanten KI-Investitionen verteuert.
Fazit: Energiekrise und Finanzierungsrisiken rücken zusammen
Markus Fugmann verbindet die erneute Eskalation an der Straße von Hormus mit steigenden Energiepreisen und zusätzlichen Inflationsrisiken. Gleichzeitig zeigen der Chip-Abverkauf in Südkorea, höhere Realzinsen und steigende Risikoaufschläge, dass auch die Finanzierung der KI-Euphorie zunehmend in den Fokus rückt.
Entscheidend bleibt, ob der Schiffsverkehr wieder stabilisiert werden kann und wie Aktien- sowie Anleihemärkte auf die hohen Investitions- und Gewinnerwartungen reagieren.
Video: Marktgeflüster von finanzmarktwelt.de
Den Videobeitrag finden Sie auf finanzmarktwelt.de ↗.
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