Orderarten

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Arten, zu ordern. Man unterscheidet in limitierte und unlimitierte Orderarten. Limitierte Orderarten lassen sich wiederum aufteilen in preislich und zeitlich begrenzten Orders.

Zu den unlimitierten Orderarten gehört die Marketorder.

Market Order

Vielfach missverstanden und oftmals falsch angewendet wird die Market Order. Mit ihr kann in einem Hochgeschwindigkeitsmarkt eine sofortige Ausführung erzielt werden. Voraussetzung dafür ist allerdings ein liquider Markt und ein hohes Volumen in der gehandelten Aktie. Da der Trader mit einer Market Order kein Limit setzt, wird diese Order schnellstmöglich zu dem nächsten erreichbaren Kurs ausgeführt. Der Vorteil für den Kunden liegt darin, dass er fast umgehend eine Ausführung seiner Order erwarten kann. Der Nachteil liegt im sogenannten Slippage, dem Unterschied zwischen dem erwarteten und dem tatsächlichen Ausführungskurs. In einem nicht liquiden Markt, in dem eine Aktie unter Umständen nur sehr selten gehandelt wird oder nur sehr geringe Stückzahlen zu Stande kommen, kann es zu erheblich schlechteren Ausführungskursen kommen, als das vom Trader beabsichtigt wurde. Die Market Order muss daher wohl überlegt eingesetzt werden. Sie dient als ein exzellentes Werkzeug, um einen Gewinn schnell zu sichern oder eine Verlustposition möglichst umgehend glattzustellen.

Nehmen wir als Beispiel einen Trade in AMZN (Amazon.com), einer Aktie mit einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen von 15 bis 20 Millionen Stück, die also zu fast jedem Zeitpunkt ausreichend Liquidität zur Verfügung stellt. Nehmen wir an, wir haben zu Beginn einer Momentumbewegung mit einem limitierten Auftrag 100 Stück zu einem Preis von $ 85 gekauft und die Aktie bewegt sich in die von uns gewünschte Richtung. Minuten später steht der Aktienkurs bei $ 86 (ein solches Szenario ist nicht unüblich in AMZN) und steigt weiter. Wir haben unser gewünschtes Ziel erreicht und wollen nun den Gewinn sichern. Um nicht Gefahr zu laufen, den erzielten Gewinn wieder zu verlieren, entschließen wir uns zu einem limitierten Verkaufsauftrag zum derzeitigen Angebotskurs von $ 86. Während der Eingabe unserer Order flaut jedoch das Kaufinteresse ab und in dem Moment, in dem wir den Enter Button unseres Computers drücken, springt der Angebotskurs von $ 86 auf $ 85 15/16 zurück. In diesem Fall würde unser limitierter Verkaufsauftrag nun nicht ausgeführt. Es ginge wertvolle Zeit verloren, da der Auftrag erst gestrichen werden müsste, um es mit einer neuen Order zu versuchen. Wir würden dem Markt nach unten folgen und jedes Mal wertvolle Zeit verlieren, nur um am Ende vielleicht den gesamten Gewinn von $ 1 gänzlich verloren zu haben. Um sich dieser Gefahr nicht auszusetzen, benutzt man in einem solchen Szenario die Market Order. Durch das fehlende Limit wäre der Auftrag in unserem Beispiel bei $ 85 15/16 ausgeführt worden und wir hätten diesen Gewinn sichern können.

Natürlich könnte man jetzt argumentieren, dass auch gleich eine limitierte Order unterhalb des letzten Angebotskurses zu dem gleichen Ergebnis geführt hätte. Was aber wäre gewesen, wenn die Aktie schneller gefallen wäre und der nächste Angebotskurs deutlich unter dem letzten gelegen hätte? Wir hätten mit immer neuen Orders dem Markt solange nach unten folgen müssen, bis wir die Aktie endlich hätten verkaufen können. Ein solches Dem-Markt-Hinterherjagen kann schnell dazu führen, dass man aus einer Gewinnposition in eine Verlustposition gerät. Es gehört zu den Dingen, die man auf jeden Fall vermeiden sollte.

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Grundsätzlich geben limitierte Order dem Investor die Möglichkeit, ein vorher festgesetztes Preisniveau zu garantieren, allerdings erkauft er sich diesen Vorteil mit dem Risiko, das von ihm vorgegebene Preisniveau nicht zu erreichen.

Limitierte Order umfassen folgende Arten:

Buy Limit Order

Die einfachste aller Limit Order, die Buy Limit Order, benutzt man, wenn man vor dem Kauf einer Aktie den maximalen Kaufpreis festlegen will. Der Investor schützt sich mit dieser Order vor zu hohen Preisen. Übersteigt der Aktienkurs den vom Anleger vorher festgelegten Preis, wird die Aktie solange nicht gekauft, bis der Kurs der Aktie wieder bis auf dieses Maximum zurückgefallen ist. Der Nachteil besteht darin, dass der Investor eine Aktie nicht bekommt, die sein Kauflimit im Verlauf der Börsensitzung überstiegen hat und nicht wieder auf dieses Niveau zurückfällt.

Diese Methode lässt sich strategisch sehr gut einsetzen, wenn man eine Aktie in einem schwachen Markt kaufen, sich aber gleichzeitig gegen einen zu hohen Kurs an einem starken Tag an der Börse absichern will.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, AMZN (Amazon.com) sei seit Tagen auf dem Rückzug und momentan bei $75 notiert. Der Investor setzt als Kauflimit $ 75 ein. Da bei AMZN häufig eine Intraday range von $ 10 und mehr auftreten kann, schützt er sich mit dem eingesetzten Kauflimit von $ 75 gegen einen Kauf der Aktie zu allen Preisen oberhalb von $ 75 und damit gegen den Kauf der Aktie bei einem Ausrutscher nach oben. Eine solche Order kann auch an deutschen Börsen verwendet werden.

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Sell Limit Order

Eine weitere häufig benutzte Limit Order ist das genaue Gegenstück zu der gerade beschriebenen Buy Limit Order, nämlich die Sell Limit Order. Bei dieser Ordermethode gibt der Investor den maximalen Preis an, zu dem er gewillt ist zu verkaufen. Das gesetzte Verkaufslimit schützt in diesem Fall vor zu niedrigen Ausführungskursen bei dem Verkauf einer Aktie. Üblicherweise wird man diese Orderart dann einsetzen, wenn man mit der gekauften Aktie schon einen Gewinn erzielt hat, den man beim Verkauf nun schützen möchte. Fällt die Aktie in einem schwachen Markt unter das vonm Investor gesetzte Limit, so wird sie nicht verkauft. Als Beispiel muss wieder die schon bekannte AMZN herhalten. Angenommen, der Daytrader konnte AMZN zu $ 75 kaufen und wenige Minuten später ist die Aktie auf nunmehr $ 76 gestiegen. Um den Trade erfolgreich abzuschließen und den Gewinn zu verbuchen, entschließt sich der Trader zum Verkauf der Aktie. Da er aber nicht gewillt ist, den Market Makern die Chance zu einem für ihn geringeren Ausführungskurs zu geben, setzt er ein Verkaufslimit von $ 76 oder etwas darunter (Im Normalfall bleibt man etwas unter dem aktuellen Limit, um die Chancen der Ausführung zu erhöhen). Jedoch ist im Daytradingbereich beim Einsatz dieser Orderart Vorsicht geboten, da hiermit nur bei immer noch starkem Kaufdruck Erfolgsaussichten bestehen. Andernfalls benutzt der Daytrader eine Market Order für das Erreichen seines Zieles. (Siehe auch Market Order)

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Buy Stop Order

Auch bei dieser Orderart wird im Voraus ein Limit festgesetzt, aber anders als beim einfachen Kauflimit liegt das mit der Buy Stop Order gesetzte Limit über dem aktuellen Marktpreis. Hier will der Investor nicht gegen zu hohe Kurse vorsorgen, sondern erst dann eine Aktie kaufen, wenn sie einen bestimmten höheren Level erreicht hat. Man benutzt eine solche Order, wenn man bei einem Ausbruch nach oben aus einer Tradingrange eine Aktie kaufen möchte. Eine weitere Besonderheit bei der Anwendung einer Buy Stop Order: Wird der festgelegte Limitpreis erreicht, so verwandelt sich die Buy Stop Order automatisch in eine Market Order und wird zum nächsten erreichbaren Kurs ausgeführt. Es entsteht also ein gewisses Risiko, besonders in einem sich sehr schnell nach oben bewegenden Markt. AMZN dient wieder einmal als Beispiel. Die Aktie befindet sich in einer angenommenen Trading Range zwischen $ 70 und $ 75 und der Investor entscheidet, sie erst dann zu kaufen, wenn sie die Tradingrange mit einem erreichten Kurs von mindestens $ 77 nach oben verlässt. In diesem Fall wird die Aktie nun gekauft, ohne dass Sie ständig beobachtet werden muss. Wird der Kurses von $ 77 erreicht, verwandelt sich die Buy Stop Order automatisch in eine Market Order und wird dann zum nächsten erreichbaren Kurs ausgeführt.

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Sell Stop Order

Analog zur Buy Stop Order wird bei der Sell Stop Order das Limit unterhalb des momentan gehandelten Kurses angesiedelt. Diese Orderart setzt man auch gerne als automatische Stop Loss Versicherung ein, da auch bei dieser Methode die Limit Order sich bei Erreichen des Limits automatisch in eine Market Order verwandelt und somit schnellstmöglich ausgeführt werden kann. Triggert der Kurs also das gesetzte Limit, so stellt sich die Position umgehend glatt. Natürlich entsteht auch bei dieser Umwandlung in eine Market Order wieder das Risiko, dass die Market Order durch das Slippage zu einem schlechteren Kurs ausgeführt wird, aber der Investor stellt so gut wie sicher, die Position zu verlassen. Man kann diese Methode also dann anwenden, wenn man die jeweilige Aktie nicht ständig beobachten, auf jeden Fall aber verlassen möchte, sollte sie über das vorher gesetzte Limit hinaus gegen einen laufen.

Zur Veranschaulichung wählen wir wieder ein AMZN-Beispiel: Die Aktie wurde zum Preis von $ 77 gekauft und der Investor setzt als Limit nun $ 74 als Kurs, zu dem die Position auf jeden Fall glattgestellt werden soll. Fällt nun die Aktie, passiert solange nichts, wie die Aktie über dem gesetzten Limit von $ 74 notiert; erreicht Sie jedoch das Limit von $ 74, so wandelt sie sich in eine Market Order um und wird daraufhin schnellstmöglich vom Broker ausgeführt.

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Buy Stop Limit Order

Bei der Buy Stop Limit Order werden zwei Limits gesetzt. Man kann diese Order in zwei unterschiedliche Limit Order teilen: die Buy Stop Order und die Buy Limit Order.

Zunächst wird ein Limit oberhalb des momentan gehandelten Kurses gesetzt, das die Order aktiviert und den Kauf der zugrunde liegenden Aktie ausführt. Wenn es erreicht wird, verwandelt sich die Order in eine normale Limit Order und wird ausgeführt, solange sich der aktuelle Aktienkurs innerhalb der beiden Limits bewegt. Der Grund für eine solche Order ist der Schutz vor einer sich zu schnell bewegenden Aktie. Einerseits möchte der Investor die Aktie erst bei Erreichen eines höheren Kurses kaufen; andererseits möchte er sich aber schützen, sollte der Markt so volatil sein, dass das gesetzte Limit innerhalb von Sekundenbruchteilen weit übertroffen wird.

Man benutzt diese Order auch für Käufe zu Beginn der Börsensitzung, weil Aktien manchmal mit einem großen Sprung nach oben öffnen. Angenommen, AMZN steht am Beginn einer durch hohes Momentum gekennzeichneten Bewegung und könnte außerdem ein neues Tageshoch erreichen. Sie kostet $ 75 und unser Investor entscheidet sich, die Aktie erst bei Erreichen von $ 76 zu kaufen. Er will aber vermeiden, die Aktie für mehr als $ 77 zu kaufen. In diesem Fall würde er eine Buy Stop Limit Order mit einem Stop von $ 76 eingeben, der die Order triggert, mit einem Limit von $ 77 , welches das Risiko begrenzt.

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Sell Stop Limit Order

Diese Order ist das genaue Gegenstück zur Buy Stop Limit Order. Hierbei werden jedoch die beiden Limits unterhalb des Marktes gesetzt. Die Zielsetzung ist aber auch hier die gleiche. Der Investor möchte bei Erreichen eines bestimmten niedrigeren Kurses verkaufen, sich jedoch durch das Setzen eines zweiten Limits gegen allzu hohe Verluste schützen.

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Trailing Stop Order

Der Trailing Stop ist ein sogenannter Schlepp-Stop. Das heißt, dass die Stop Order um einen bestimmten Betrag der Aktie automatisch nachgezogen wird, sobald die Aktie nach Eingabe des Stops ein neues Hoch (Long Position) oder ein neues Tief (Short Position) erreicht hat.

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