Wie funktioniert der Handel mit Futures ?

Allgemeines

Geschäfte am Kassamarkt sind Verträge über die Erbringung einer unmittelbaren Leistung und Gegenleistung. Abschluss und Erfüllung eines solchen Vertrages fallen zeitlich zusammen. Dazu gehören z.B. sämtliche Käufe und Verkäufe von Aktien.

Charakteristisch für Geschäfte am Terminmarkt hingegen ist das zeitliche Auseinanderfallen zwischen Vertragsabschluss und Erfüllung. Käufer und Verkäufer schließen „heute“ einen Vertrag ab. Die Verpflichtungen aus diesem Vertrag werden aber erst „auf Termin“ erbracht.

Zudem wird zwischen bedingten und unbedingten Termingeschäften unterschieden:
Im Gegensatz zu den festen besteht bei den bedingten Termingeschäften ein Wahlrecht bezüglich der Vertragserfüllung. Bei dieser Art von Geschäften handelt es sich um Optionsgeschäfte, die dazu berechtigen, den zugrunde liegenden Gegenstand zu einem bestimmten Ausübungspreis und zu einem festgelegten Termin zu erwerben oder zu veräußern.

In beiden genannten Transaktionen werden standardisierte Verträge geschlossen, die an der Börse handelbar sind. Dadurch besteht die Möglichkeit, die erworbenen Rechte wieder zu verkaufen. Inhalt der vertraglichen Vereinbarung sind die zu liefernde bzw. abzunehmende Anzahl eines Underlyings (Basiswerts) sowie der im Voraus festgelegte Preis und der Fälligkeitstermin.

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Geschichtliches

Schon im 16. Jahrhundert wurde mit Futures spekuliert mit. Im Jahre 1602 wurde die Ostindische Kompagnie als erste Aktiengesellschaft gegründet. Für die riskanten Expeditionen schien die Aufteilung des Risikos auf viele Schultern ideal: Stürme, Seuchen, Piraten machten jede Passage zu einem Lotteriespiel; man konnte man nie sicher sein, ob die Ladung auch ihr Ziel erreichen würde. Kamen Gerüchte auf, dass reich beladene Schiffe zurückkehren sollten, stiegen die Kurse in die Höhe.

Hieß es dagegen, das Geschwader sei mit seiner gesamten Ladung auf eine Sandbank gelaufen, stürzten die Kurse ab. Erreichte ein Schiff dann doch noch den Heimathafen, ergaben sich für die Aktieninhaber beträchtliche Gewinne.

Doch erst 1848 gründeten Getreidehändler in Chicago die erste offizielle Futures-Börse, die Chicagoer Board of Trade (CBOT). Hier konnten amerikanische Farmer durch den Handel von Futures mit standardisierten Verträgen ihre noch nicht geernteten Produkte zu einem im Voraus festgelegten Preis verkaufen. Die 1878 eröffnete Chicagoer Produktenbörse, die und mit Butter, Eiern und Geflügel handelte, wurde 1919 umbenannt in Chicago Mercantile Exchange (CME).

Durch die gestiegene Volatilität an den Finanzmärkten nach dem Zusammenbruch des Währungssystems von Bretton Woods verstärkte sich das Bedürfnis nach Absicherungsmöglichkeiten gegen Währungsschwankungen. Diese Nachfrage befriedigte die CME 1972 mit der Einführung von Finanzterminkontrakten. 1977 begann das Board of Trade, den Handel mit Futures auf amerikanische Staatsanleihen aufzunehmen. Im Laufe der Jahre erweiterten die Chicagoer Börsen ihr Programm mit weiteren Kontrakten wie z.B. auf den Eurodollar, den S&P, den NASDAQ u.s.w. Damit bestand jetzt die Möglichkeit, sich auf allen Märkten gegen Risiken abzusichern. Am 26.01.1990 startete die Deutsche Terminbörse DTB und zog damit die Konsequenz aus den Entwicklungen in den USA, Großbritannien und der Schweiz. Durch die Fusion der Schweizer Terminbörse SOFFEX und der DTB im funktionalen und technischen Bereich entstand im September 1998 der EUREX, einer der am schnellsten wachsenden Terminmärkte der Welt.

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Was sind Futures (Derivate)?

Das lateinische Wort „derivativ“ wird im Duden als „abgeleitet“ definiert. Unter Derivaten versteht man synthetische Finanzinstrumente, die von den zugrunde liegenden Basiswerten an den Kassamärkten abgeleitet wurden. Diese Underlyings, ein anderer Ausdruck für Basiswerte, werden in Financial Underlyings (Aktien, Indizes, Anleihen, Devisen) und Commodity Underlyings (Rohstoffe, Agrarprodukte, Edelmetalle) eingeteilt.

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Der Ablauf des Handels mit Derivaten

Der zeitliche Unterschied zwischen Vertragsschluss und Erfüllung würde für jeden Marktteilnehmer ein Erfüllungsrisiko bedeuten. Um dieses auszuschließen, tritt die Clearingstelle der EUREX (oder die dementsprechende Terminbörse) als Vertragspartner in jedes Geschäft ein. Das Clearinghaus ist die zentrale Organisations- und Verrechnungsstelle einer Terminbörse. Käufer und Verkäufer von Futures verpflichten sich nicht gegeneinander, sondern nur gegenüber der Clearingstelle. Ein Bonitätsrisiko des Vertragspartners ist also ausgeschlossen, da diese Zentrale die Erfüllung der finanziellen Verpflichtung aus den Transaktionen garantiert.

Nur wer zur Abwicklung von Eurex-Geschäften berechtigt ist, kann am Börsengeschehen teilnehmen. General Clearing und Direkt Clearing Mitglieder erfüllen die Voraussetzungen zur Teilnahme.

Der Ablauf des Handels mit Derivaten Futures

Der Ablauf des Handels mit Derivaten Futures Termingeschäft

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Das Marginsystem

Wer als Non-Clearing-Mitglied am Handel mit Futures teilnehmen möchte, muss ein Margin-Konto bei einem Clearing-Mitglied eröffnen. Dies dient zur Reduktion des Erfüllungsrisikos, da bei einer Positionseröffnung nicht der gesamte Kontraktwert bezahlt werden muss, sondern nur Sicherheiten in Form von Kapitaleinschüssen hinterlegt werden. Die Höhe dieser „Initial Margin“ wird von der Terminbörse nach dem „Risk-based-Margining System“ festgelegt.

Die Höhe der Sicherheitsleistung einer einzelnen Position wird nach der Art des Worst–case-szenario berechnet. Als Indikator für das Risiko bedient sich die EUREX der historischen Volatilität des jeweiligen Underlyings. Dieses Maß für die Schwankungsbreite des zugrundeliegenden Basiswertes, auch als Standardabweichung der täglichen Kursveränderung ausgedrückt, bestimmt die zu hinterlegende Initial Margin.

Maintenance Margin

Die Clearing-Mitglieder setzen für jedes Margin-Konto eine Untergrenze fest, die nicht unterschritten werden darf. Sollte diese Maintenance Margin zu gering sein, wird man dazu verpflichtet einen Nachschuss zu leisten, um sein Konto wieder aufzufüllen. Falls diese Aufforderung, auch Margin Call genannt, nicht in kürzester Zeit befolgt wird, kann die Bank oder der Broker die offenen Positionen schließen.

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Hebelwirkung

Banken und Brokerhäuser, die die meisten Clearing-Mitglieder stellen, setzen in der Regel den vorgegebenen Margin-Betrag der EUREX noch etwas höher an, da sie das Erfüllungsrisiko des Geschäftes übernehmen. Mit 0,5 – 10% des Kontraktwertes ist der Einsatz relativ gering und somit die Hebelwirkung des Geschäftes groß, was in dem nachfolgenden Beispiel aufgezeigt wird.

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Kontraktspezifikationen

DAX Future

 

 

Börse

EUREX

 

Handelszeit

8:00 -22:00

Börsensymbol

FDAX

Tickgrösse

0,5

 

Wert pro Tick

12,50 EUR

a.s.t. Symbol

EDAX

Margin

2000 EUR

 

Margin overnight

14900 EUR

 

 

MDAX Future

 

 

Börse

EUREX

 

Handelszeit

8:00 -22:00

Börsensymbol

F2MX

Tickgrösse

1

 

Wert pro Tick

5 EUR

a.s.t. Symbol

EMDAX

Margin

1438 EUR

 

Margin overnight

2875 EUR

 

 

D.J. EURO STOXX 50 Index Future

 

 

Börse

EUREX

 

Handelszeit

8:00 -22:00

Börsensymbol

FESX

Tickgrösse

1

 

Wert pro Tick

10 EUR

a.s.t. Symbol

EESTX

Margin

900 EUR

 

Margin overnight

3000 EUR

 

 

SMI Index Future

 

 

Börse

EUREX

 

Handelszeit

9:00 -17:30

Börsensymbol

FSMI

Tickgrösse

1

 

Wert pro Tick

10 EUR

a.s.t. Symbol

ESMI

Margin

1100 EUR

 

Margin overnight

4400 EUR

 

 

EURO BUND Future

 

 

Börse

EUREX

 

Handelszeit

8:00 -22:00

Börsensymbol

FGBL

Tickgrösse

0,01

 

Wert pro Tick

10 EUR

a.s.t. Symbol

EBUND

Margin

600 EUR

 

Margin overnight

1600 EUR

 

 

EURO BOBL Future

 

 

Börse

EUREX

 

Handelszeit

8:00 -22:00

Börsensymbol

FGBM

Tickgrösse

0,01

 

Wert pro Tick

10 EUR

a.s.t. Symbol

EBOBL

Margin

1000 EUR

 

Margin overnight

1000 EUR

 

 

EURO SCHATZ Future

 

 

Börse

EUREX

 

Handelszeit

8:00 -22:00

Börsensymbol

FGBS

Tickgrösse

0,005

 

Wert pro Tick

5 EUR

a.s.t. Symbol

ESHAZ

Margin

500 EUR

 

Margin overnight

500 EUR

 

 

Dow Jones 5$ mini Future

 

 

Börse

CBoT

 

Handelszeit

1:15 -23:15

Börsensymbol

YM

Tickgrösse

1

 

Wert pro Tick

5 $

a.s.t. Symbol

MiniDOW

Margin

500 $

 

Margin overnight

2500 $

 

 

E-Mini NASDAQ Future

 

 

Börse

CME

 

Handelszeit

0:00 -23:30

Börsensymbol

NQ

Tickgrösse

0,5

 

Wert pro Tick

10 $

a.s.t. Symbol

Mini NSDQ

Margin

500 $

 

Margin overnight

3750 $

 

 

E-mini S&P 500 Future

 

 

Börse

CME

 

Handelszeit

0:00 -23:30

Börsensymbol

ES

Tickgrösse

0,25

 

Wert pro Tick

12,50 $

a.s.t. Symbol

Mini S&P

Margin

500 $

 

Margin overnight

4000 $

 

 

e-miNY Light Sweet Crude Oil Future

 

 

Börse

CME

 

Handelszeit

16:00 -15:30

Börsensymbol

QG

Tickgrösse

0,025

 

Wert pro Tick

12,50 $

a.s.t. Symbol

Mini Crude

Margin

1200 $

 

Margin overnight

2362 $

 

 

e-miNY Natural Gas Oil Future

 

 

Börse

CME

 

Handelszeit

16:00 -15:30

Börsensymbol

QM

Tickgrösse

0,005

 

Wert pro Tick

25 $

a.s.t. Symbol

Mini NTGAS

Margin

3500 $

 

Margin overnight

4725 $

 

 

E-Mini Euro FX Future

 

 

Börse

CME

 

Handelszeit

00:00 -22:15

Börsensymbol

E7

Tickgrösse

0,0001

 

Wert pro Tick

6,25 $

a.s.t. Symbol

Mini E-FX

Margin

1200 $

 

Margin overnight

1620 $

 

 

Euro FX Future

 

 

Börse

CME

 

Handelszeit

00:00 -23:30

Börsensymbol

EC

Tickgrösse

0,0001

 

Wert pro Tick

12,50 $

a.s.t. Symbol

EUROFX

Margin

1600 $

 

Margin overnight

3240 $

 

 

British Pound Future

 

 

Börse

CME

 

Handelszeit

00:00 -23:30

Börsensymbol

BP

Tickgrösse

0,0001

 

Wert pro Tick

6,25 $

a.s.t. Symbol

Br.Pound

Margin

1100 $

 

Margin overnight

2295 $

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