Zum Inhalt springen
actior AG » Börsenglossar / Lexikon: Trading & Wirtschaft einfach erklärt » Take-Profit: Definition, Berechnung & Ausführung

Take-Profit: Definition, Berechnung & Ausführung

Kernaussage: Ein Take-Profit (TP) legt vorab fest, bei welchem Kursniveau eine offene Position mit Gewinn geschlossen werden soll – wer etwa zu 100 Euro kauft und den Take-Profit bei 120 Euro setzt, plant einen Ausstieg bei 20 Prozent Kursgewinn, realisiert ist dieser Gewinn jedoch erst mit der tatsächlichen Ausführung, die vom Ordertyp und von den Marktbedingungen abhängt.

Auch bekannt als: TP, Take-Profit-Order, Gewinnziel, Gewinnmitnahme-Order
Stand: Oktober 2026

Nicht zu verwechseln ist der Begriff mit dem Kursziel von Analysten. Ein Analystenkursziel ist eine Bewertungsaussage über einen erwarteten Kurs. Ein Take-Profit bezeichnet dagegen ein konkretes Gewinnziel für eine bestehende Position, das je nach Handelsplatz, Instrument und Broker über eine Order oder eine plattforminterne Schließungsfunktion umgesetzt wird.

Redaktionell geprüft und bearbeitet, KI unterstützt erstellt.

Ein Take-Profit gehört zu den Instrumenten der Ausstiegsplanung, mit denen Handelnde festlegen, wann sie eine Position schließen wollen, bevor Emotionen die Entscheidung beeinflussen. Dabei ist zwischen drei Ebenen zu unterscheiden: dem Zweck (Gewinnziel), der technischen Umsetzung (Ordertyp) und der tatsächlichen Ausführung am Markt. Genau diese Unterscheidung erklärt dieser Lexikon-Eintrag – von der Berechnung bis zur Frage, was gilt, wenn eine Order nicht wie erwartet ausgeführt wird.

Take-Profit mit Gewinnziel, Einstieg und Stop-Loss im Trading-Chart (KI-generiert)
Take-Profit legt das Gewinnziel einer Position fest, während der Stop-Loss die Verlustgrenze definiert. (KI-generiert)

Was ist ein Take-Profit?

Ein Take-Profit ist eine vorab festgelegte Exit-Bedingung, mit der eine offene Position bei Erreichen eines Gewinnziels ganz oder teilweise geschlossen werden soll. Er dient der geplanten vollständigen oder teilweisen Glattstellung einer bereits bestehenden Position und ist keine Einstiegsorder.

Wichtig ist dabei: Die Order sichert einen Gewinn nicht bereits durch ihre Platzierung. Solange die Order nicht ausgeführt ist, bleibt der Gewinn ein Buchgewinn, der sich mit dem Kurs verändert. Erst die tatsächliche Ausführung realisiert ihn.

Meist setzen Handelnde das Gewinnziel direkt beim Eröffnen der Position, häufig zusammen mit einem Stop-Loss. Dadurch sind Gewinnziel und Verlustgrenze von Anfang an festgelegt. Aus beiden Abständen zum Einstiegskurs ergibt sich zudem das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV).

Wie funktioniert ein Take-Profit bei Long und Short?

Ob das Gewinnziel über oder unter dem Einstiegskurs liegt, hängt von der Richtung der Position ab. Bei einer Long-Position realisiert ein Verkauf den Gewinn, bei einer Short-Position dagegen ein Rückkauf zur Glattstellung.

PositionLage des Take-ProfitsSchließende OrderRelevante Marktseite (typisch)
Long (gekauft)über dem EinstiegskursVerkaufGeldkurs (Bid)
Short (leerverkauft)unter dem EinstiegskursRückkaufBriefkurs (Ask)

Welche Kursseite die Order tatsächlich auslöst, hängt allerdings von Instrument, Handelsplatz und Broker ab. Deshalb ist der Kurs im Chart nicht zwingend der Kurs, zu dem eine Order ausgeführt werden kann. Dazwischen liegt mindestens der Spread.

Wie wird ein Take-Profit technisch umgesetzt?

„Take-Profit“ beschreibt zunächst ein Handelsziel und keinen einheitlich normierten Ordertyp. Für die Preisbildung auf Xetra sind zwei grundlegende Ordertypen zugelassen, Market- und Limit-Orders. Stop-Varianten, Ausführungsbedingungen und Orderkombinationen bauen darauf auf. Ein klassisches Gewinnziel wird im börslichen Aktienhandel deshalb typischerweise über eine Limit-Order umgesetzt: bei einer Long-Position als Verkaufslimit, bei einer Short-Position als Kauflimit zur Glattstellung. Handelsplattformen für CFDs oder Devisen bilden ihn dagegen häufig als eigene Schließungsfunktion ab. Welche Ordertypen und Kombinationen verfügbar sind, hängt vom Handelsplatz und von der Depotbank ab.

KonstellationTypische technische UmsetzungWesentliche Folge
Long-Position in Aktie oder ETFVerkaufslimitAusführung nur zum Limit oder besser, aber nicht garantiert
Short-PositionKauflimit zur GlattstellungGewinnziel wird bei fallendem Kurs erreicht
CFD oder ForexPlattforminterne SchließungsfunktionAuslöseseite (Bid/Ask) und Ausführungsgrundsätze des Brokers sind entscheidend
Kombination mit Stop-LossOCO-Order (One-Cancels-Other)Ausführung der einen Order löscht die andere
TeilgewinnmitnahmeMehrere Limits oder TeilschließungenPositionsgröße und Restposition müssen vorab definiert sein

Merksatz: Ein Limit garantiert den Mindestverkaufspreis beziehungsweise den Höchstkaufpreis – nicht aber die Ausführung.

Welche Gültigkeit hat ein Take-Profit?

Ob ein Take-Profit über den Handelstag hinaus aktiv bleibt, hängt von der gewählten Ordergültigkeit und von der Plattform ab. Bei klassischen Wertpapierorders sind beispielsweise eine Tagesgültigkeit, eine Gültigkeit bis zu einem festgelegten Datum oder eine Gültigkeit bis auf Widerruf innerhalb der Vorgaben der Depotbank möglich. Bei CFDs und Forex bleibt die Order dagegen häufig mit der Position verknüpft, solange diese offen ist. In beiden Fällen lohnt ein Blick darauf, ob die Order aktiv angezeigt wird und welche Gültigkeitsregeln der Anbieter anwendet.

Was ist der Unterschied zwischen Take-Profit und Limit Order?

Technisch ist ein Take-Profit mit Limit-Logik eine Limit Order. Der Unterschied liegt im Zweck: Eine Limit Order kann eine Position eröffnen oder schließen. Ein TP schließt dagegen ausschließlich eine bestehende Position und ist auf Handelsplattformen meist direkt an diese gekoppelt. Wird die Position vorher manuell oder per Stop-Loss geschlossen, löscht die Plattform die zugehörige Schließungsorder in der Regel automatisch.

Wie berechnet man einen Take-Profit?

Es gibt keinen allgemein richtigen Abstand für ein Gewinnziel. Für seine Festlegung lassen sich jedoch unter anderem drei methodische Ansätze unterscheiden, die sich auch kombinieren lassen.

Take-Profit anhand des CRV

Ausgangspunkt ist das Risiko je Einheit, also der Abstand zwischen Einstieg und Stop-Loss. Daraus ergibt sich das Gewinnziel (TP) für ein gewünschtes CRV:

  • Long: TP = Einstieg + (Risiko × CRV)
  • Short: TP = Einstieg − (Risiko × CRV)

Bei einem Einstieg zu 100 Euro, einem Stop-Loss bei 95 Euro (Risiko 5 Euro) und einem angestrebten CRV von 3 liegt das Gewinnziel einer Long-Position also bei 100 + (5 × 3) = 115 Euro. Ob ein bestimmtes CRV sinnvoll ist, hängt allerdings von Trefferquote und Erwartungswert der jeweiligen Strategie ab.

Take-Profit anhand der Marktstruktur

Das Gewinnziel kann sich an beobachtbaren Bereichen der Marktstruktur orientieren, etwa an früheren Hochs oder Tiefs, Unterstützungs- und Widerstandszonen oder den Grenzen einer Handelsspanne. Solche Bereiche können Marktteilnehmenden als Referenzpunkte dienen und mit erhöhter Orderaktivität verbunden sein.

Take-Profit anhand der Volatilität

Ein starres Ziel von beispielsweise 2 Prozent hat bei einem kaum schwankenden Wert eine völlig andere Bedeutung als bei einem hochvolatilen Instrument. Deshalb bemessen manche Handelnde das Ziel relativ zur aktuellen Volatilität, etwa als Vielfaches der Average True Range (ATR). Beträgt die ATR einer Aktie im gewählten Zeitfenster beispielsweise 2 Euro, entspräche ein Ziel von 1,5 ATR einem Abstand von 3 Euro zum Einstieg. Das ist keine allgemeine Empfehlung: Welcher Faktor passt, hängt unter anderem von Zeithorizont, Strategie und Liquidität ab.

Beispiel: Take-Profit mit Stop-Loss und CRV

Angenommen, jemand kauft 100 Aktien zu je 100 Euro. Der Stop-Loss liegt bei 95 Euro, das Gewinnziel dagegen bei 120 Euro.

Größeje Aktiebei 100 Aktien
Geplante Gewinnchance (120 − 100)20 €2.000 €
Kursrisiko bis zum Stop-Loss (100 − 95)5 €500 €
Geplantes CRV (20 ÷ 5)4:1

Diese Werte sind geplante Größen vor Transaktionskosten, Spread, Slippage und Steuern. Außerdem kann eine Order nur teilweise ausgeführt werden. Das tatsächlich realisierte Ergebnis kann daher vom geplanten abweichen. Wie viele Aktien bei einem vorgegebenen Risiko sinnvoll sind, erklärt der Beitrag zur Positionsgröße.

Bei einer Short-Position gilt dieselbe Logik spiegelbildlich: Bei einem Einstieg zu 100 Euro, einem Stop-Loss bei 105 Euro und einem Ziel bei 85 Euro stehen 15 Euro Gewinnchance 5 Euro Risiko gegenüber, also ein CRV von 3:1. Die Gewinnmitnahme erfolgt hier durch einen Kauf zur Glattstellung.

Take-Profit bei 120 Euro, Stop-Loss bei 95 Euro und Einstieg bei 100 Euro mit CRV 4:1 (KI-generiert)
Gewinnziel und Verlustgrenze stehen bereits beim Einstieg fest; im Beispiel ergibt sich daraus ein Chance-Risiko-Verhältnis von 4:1. (KI-generiert)

Take-Profit, Stop-Loss und OCO-Order

In der Ausstiegsplanung erfüllen Take-Profit und Stop-Loss komplementäre Funktionen: Der Take-Profit definiert ein Gewinnziel, während der Stop-Loss eine Verlustgrenze festlegt. Beide gelten für Long- und Short-Positionen, liegen dabei aber jeweils auf der anderen Seite des Einstiegskurses.

MerkmalTake-ProfitStop-Loss
ZweckGeplante GewinnrealisierungBegrenzung eines Verlusts
Long-PositionZiel oberhalb des EinstiegsStop unterhalb des Einstiegs
Short-PositionZiel unterhalb des EinstiegsStop oberhalb des Einstiegs
Technische UmsetzungLimit-Order oder plattformspezifische SchließungsfunktionStop-Market, Stop-Limit oder plattformspezifische Schließungsfunktion
Garantie des ZielpreisesNeinBei normalen Stops ebenfalls nein
Typisches HauptrisikoEine weiterlaufende günstige Kursbewegung wird nach der Schließung nicht mehr mitgenommenSlippage oder, bei Stop-Limit, Nichtausführung

Beide Orders lassen sich zu einer OCO-Order (One-Cancels-Other) verknüpfen. Dabei liegen ein Gewinnlimit und ein Stop gleichzeitig im Markt. Sobald eine der beiden Orders zur Ausführung kommt, löscht das System die andere automatisch. Somit bleibt nach dem Schließen der Position keine verwaiste Order zurück. Ob und in welcher Form OCO-Orders verfügbar sind, hängt vom Handelsplatz und von der Depotbank ab.

Teilgewinnmitnahmen: TP1, TP2 und Restposition

Ein Take-Profit muss eine Position nicht vollständig schließen. Häufig verteilen Handelnde das Gewinnziel stattdessen auf mehrere Stufen. Bei 100 Aktien könnte das zum Beispiel so aussehen:

  • TP1: Am ersten Ziel schließt die Order 50 Aktien.
  • TP2: Ein zweites, weiter entferntes Ziel schließt weitere 25 Aktien.
  • Restposition: 25 Aktien laufen weiter, häufig abgesichert durch einen nachgezogenen Stop (Trailing Stop).

Damit verbindet sich ein Teil der Gewinnrealisierung mit der Möglichkeit, an einer weiteren Kursbewegung teilzuhaben. Mit jeder Teilschließung verändern sich allerdings das offene Risiko, der bereits realisierte Gewinn und das Risikoprofil der Restposition. Das ursprünglich geplante CRV des Gesamttrades ist deshalb nicht mit dem CRV der verbleibenden Position gleichzusetzen. Das CRV der Restposition hängt davon ab, ob Stop-Loss oder weitere Gewinnziele anschließend angepasst werden. Zudem fallen je nach Anbieter für jede Teilausführung eigene Kosten an.

Wie wird ein Take-Profit ausgeführt?

Wie die Ausführung abläuft, unterscheidet sich grundlegend zwischen börsengehandelten Wertpapieren und außerbörslichen Produkten wie CFDs.

Börsengehandelte Wertpapiere

Wird das Gewinnziel bei Aktien, ETFs und anderen börsengehandelten Wertpapieren über eine Limit-Order umgesetzt, liegt diese im Orderbuch des Handelsplatzes. Eine Ausführung setzt allerdings eine passende Gegenorder voraus.

CFDs und Forex

Bei CFDs und Forex gibt es in der Regel kein zentrales Börsenorderbuch, das mit dem Xetra-Orderbuch vergleichbar wäre. Maßgeblich sind deshalb die vom Anbieter gestellten oder gemäß dessen Liquiditätsmodell ermittelten Geld- und Briefkurse sowie seine Ausführungsgrundsätze. Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA stuft CFDs als komplexe Finanzinstrumente ein, für die besondere Anlegerschutzregeln gelten. Je nach Anbieter können unterschiedliche Ausführungsmodelle gelten. Zwei mögliche Varianten lassen sich anhand von Brokerbeispielen veranschaulichen:

AusführungslogikFunktionsweiseBei Kurslücke in GewinnrichtungIn schnellen Märkten
Limit-LogikSchließung nur zum Zielkurs oder besserAusführung meist zum besseren Kurs (positive Slippage)Keine Ausführung schlechter als das Ziel. Bei nur kurzer Berührung ohne ausreichende Liquidität unter Umständen keine Ausführung
Auslöser mit Market-OrderDas Ziel löst eine Market-Order aus, die zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt wirdAusführung zum nächsten verfügbaren Kurs, häufig besser als das ZielAusführung auch etwas schlechter als das Ziel möglich (negative Slippage)

Beispielsweise beschreibt IG den Take-Profit als Limit, das zum Zielkurs oder besser schließt. Pepperstone behandelt TP-Orders dagegen als Auslöser einer Market-Order. Welche Variante gilt, steht in den Ausführungsgrundsätzen (Order Execution Policy) des jeweiligen Brokers.

Warum Chartkurs und Ausführungskurs abweichen können

Ein häufiger Fall: Der Chart zeigt 120,05 Euro, die Order bei 120 Euro kam aber nicht zur Ausführung. Dass ein Gewinnziel erreicht erscheint, bedeutet jedoch nicht automatisch, dass die Order auslösbar oder ausführbar war. Mögliche Gründe sind:

  • Letzter Kurs statt Geld-/Briefkurs: Der Chart zeigt den letzten Umsatz oder einen Mittelkurs, maßgeblich ist aber die handelbare Kursseite.
  • Anderer Handelsplatz: Der Kurs stammt von einer anderen Börse oder aus einem externen Chart und nicht vom Ausführungsplatz der Order.
  • Unterschiedliche Auslöselogik je Handelsplatz: So werden Stop-Orders auf Xetra durch tatsächlich festgestellte Preise ausgelöst, im Spezialistenhandel in Frankfurt dagegen durch die Quotes der Spezialisten.
  • Fehlendes Volumen und Preis-Zeit-Priorität: Am Limit stand nicht genug Gegenvolumen zur Verfügung, oder ältere Orders zum selben Preis hatten Vorrang.
  • Teilausführung: Nur ein Teil der Order wurde ausgeführt, der Rest liegt weiter im Markt.
  • Anbieterseitige Kurse: Bei CFDs gelten die vom Anbieter gestellten oder ermittelten Kurse, die von Börsenkursen abweichen können.
  • Orderbedingungen: Die Order war abgelaufen, außerhalb der Handelszeit, nicht aktiv oder nicht mit der Position verknüpft.

Bei einer klassischen Limit-Order ist eine Kurslücke in Gewinnrichtung dagegen nicht automatisch ein Grund für eine Nichtausführung. Springt der Kurs einer Aktie beispielsweise von 118 auf 124 Euro und ist am Ausführungsplatz ein handelbarer Preis verfügbar, wäre ein Verkauf zu 124 Euro bei einem Limit von 120 Euro sogar eine bessere Ausführung. Bei plattforminternen Schließungsmechanismen, eingeschränkter Liquidität oder abweichenden Auslöseregeln kann das Ergebnis jedoch anders ausfallen.

Take-Profit nicht ausgeführt: Prüfpfad und Rechte

Ein nicht ausgeführter Take-Profit begründet nicht automatisch einen Schadensersatzanspruch. Wertpapierdienstleister müssen Kundenaufträge zwar nach dem Grundsatz der bestmöglichen Ausführung (Best Execution) behandeln, geregelt in Art. 27 MiFID II und in Deutschland in § 82 WpHG. Verlangt werden hinreichende Vorkehrungen zur Erzielung des bestmöglichen Ergebnisses. Zu berücksichtigen sind unter anderem Preis, Kosten, Geschwindigkeit sowie Ausführungs- und Abwicklungswahrscheinlichkeit. Für Privatkunden steht die Gesamtgegenleistung aus Preis und Ausführungskosten im Mittelpunkt. Die Pflicht garantiert jedoch nicht die erfolgreiche Ausführung einer einzelnen Order zu einem bestimmten Preis.

Für die Einordnung eines Einzelfalls empfiehlt sich deshalb eine Prüfung in vier Schritten:

  1. War die Order aktiv und gültig? Gültigkeit, Handelsplatz, Stückzahl und Verknüpfung mit der Position prüfen.
  2. Waren die Ausführungsbedingungen erfüllt? Hat der maßgebliche Kurs am maßgeblichen Handelsplatz das Ziel tatsächlich erreicht?
  3. Lag die Ursache im Markt oder in der Orderkonfiguration? Liquidität, Preis-Zeit-Priorität und Handelsunterbrechungen begründen in der Regel keinen Anspruch.
  4. Gab es eine Pflichtverletzung des Instituts? Zum Beispiel eine nachweislich fehlerhafte Annahme, Weiterleitung oder Verarbeitung der Order.

Ergibt die Prüfung Anhaltspunkte für eine Pflichtverletzung des Instituts, kann ein Anspruch auf Ersatz eines nachweisbaren Schadens in Betracht kommen. Ob ein solcher Anspruch besteht, hängt insbesondere von Vertrag, Ausführungsgrundsätzen, konkretem Kausalverlauf und Schaden ab und ist im Einzelfall zu prüfen.

Nachweise sichern und Beschwerde einreichen

  1. Orderdaten sichern: Ordernummer, Instrument mit ISIN oder Symbol, Richtung, Stückzahl, Zielkurs, Zeitstempel, Handelsplatz, Gültigkeit und Orderstatus.
  2. Preisquellen getrennt dokumentieren: Geldkurs, Briefkurs, letzter Kurs, Chartquelle und Uhrzeit.
  3. Ausführungsgrundsätze lesen: An welche Handelsplätze leitet der Broker Orders weiter, und welche Auslöselogik gilt?
  4. Schriftliche Beschwerde beim Broker: Den Sachverhalt präzise darstellen und die Nachweise beifügen. Wertpapierdienstleister sind verpflichtet, ein Beschwerdemanagement vorzuhalten.
  5. Schlichtung: Bei Anbietern in Deutschland sind anerkannte private Verbraucherschlichtungsstellen zuständig. Die Schlichtungsstelle der BaFin wird nur tätig, wenn keine private Stelle zuständig ist. Das Verfahren ist für Verbraucher kostenlos, und der Rechtsweg bleibt danach offen.
  6. Broker mit Sitz im EU-Ausland: Zuständig sind in der Regel Aufsicht und Schlichtungsstellen des Herkunftslands. Bei grenzüberschreitenden Beschwerden im Europäischen Wirtschaftsraum hilft FIN-NET, das von der Europäischen Kommission eingerichtete Netzwerk nationaler Streitbeilegungsstellen für Finanzdienstleistungen, bei der Suche nach der zuständigen Stelle.

Hinweis: Die BaFin nimmt Hinweise auf Missstände entgegen, entscheidet aber keine Einzelfälle und setzt keine individuellen Ansprüche durch. Eine Beschwerde hat außerdem keinen Einfluss auf gesetzliche oder vertragliche Fristen. Diese Darstellung ersetzt keine individuelle Rechtsberatung.

Vorteile und Grenzen eines Take-Profits

Vorteile

  • Der Ausstieg ist bereits vor dem Einstieg geplant.
  • Eine ständige Kursbeobachtung ist daher nicht nötig.
  • Zusammen mit einem Stop-Loss lässt sich das CRV vorab berechnen.
  • Die Ausstiegsentscheidung ist an eine vorab definierte Regel gebunden.

Grenzen

  • Setzt sich die Kursbewegung nach der Schließung fort, profitiert die geschlossene Position davon nicht mehr.
  • Weder die Ausführung noch ein bestimmter Ausführungskurs sind garantiert.
  • Zudem berücksichtigt ein festes Ziel keine neuen Marktinformationen.
  • Bei engen Zielen machen Spread und Kosten einen größeren Anteil des Gewinns aus.

Häufige Fehler bei Take-Profit-Orders

  • Take-Profit mit gesichertem Gewinn verwechselt: Solange die Order nicht ausgeführt ist, bleibt der Gewinn ein Buchgewinn.
  • Ziel ohne Bezug zur Schwankungsbreite: Ein Gewinnziel, das die typische Volatilität des Instruments nicht berücksichtigt, kann zu eng oder zu weit gewählt sein. Die Aussagekraft eines festen prozentualen Ziels hängt unter anderem von Instrument, Zeithorizont und Marktphase ab.
  • Spread nicht einkalkuliert: Das betrifft besonders Short-Positionen und enge Ziele.
  • Verlustseite nicht definiert: Wird ein Gewinnziel festgelegt, ohne gleichzeitig festzulegen, wie ein ungünstiger Verlauf behandelt wird, bleibt das maximale geplante Risiko zunächst offen. Mehr dazu im Beitrag zum Risikomanagement.
  • Gültigkeit und Handelsplatz nicht geprüft: Eine abgelaufene Tagesorder schließt keine Position.
  • Ziel ohne neue Begründung verschoben: Dadurch geht der eigentliche Planungsvorteil verloren.

Take-Profit – FAQ

Was ist ein Take-Profit?

Ein Take-Profit ist eine vorab festgelegte Exit-Bedingung, die eine offene Position bei Erreichen eines Gewinnziels ganz oder teilweise schließen soll.

Sichert ein Take-Profit den Gewinn bereits ab?

Nein. Die Platzierung legt nur das Ziel fest. Den Gewinn realisiert erst die tatsächliche Ausführung der Order.

Wie berechnet man einen Take-Profit?

Häufig ausgehend vom Risiko bis zum Stop-Loss: Bei einer Long-Position gilt TP = Einstieg + (Risiko × CRV). Alternativ dienen Marktstruktur oder Volatilität als Maßstab.

Wird ein Take-Profit genau zum Zielkurs ausgeführt?

Nicht zwingend. Mit Limit-Logik erfolgt die Ausführung zum Zielkurs oder besser, sofern eine Gegenorder vorhanden ist. Als Auslöser einer Market-Order sind dagegen Abweichungen in beide Richtungen möglich.

Warum wird ein Take-Profit nicht ausgeführt, obwohl der Chart das Ziel zeigt?

Charts zeigen oft den letzten Kurs, einen Mittelkurs oder einen anderen Handelsplatz. Entscheidend sind jedoch die handelbare Kursseite am Ausführungsplatz, das Volumen und die Orderbedingungen.

Ist ein Take-Profit dasselbe wie eine Limit Order?

Nicht grundsätzlich. Im börslichen Handel wird ein Take-Profit häufig über eine Limit Order umgesetzt. Auf CFD- oder Forex-Plattformen kann er dagegen als eigene Schließungsfunktion mit anderer Ausführungslogik ausgestaltet sein.

Gibt es Take-Profit-Orders auch beim Aktienhandel an der Börse?

Nicht als eigenen Ordertyp. Dort übernimmt ein Verkaufslimit diese Aufgabe, je nach Handelsplatz und Depotbank auch kombiniert mit einem Stop als OCO-Order.

Haftet der Broker, wenn ein Take-Profit nicht ausgeführt wird?

Nicht automatisch. Bei marktbedingter Nichtausführung liegt meist keine Pflichtverletzung vor. Ein Anspruch kommt vor allem bei nachweisbaren Fehlern des Brokers in Betracht.

Ist ein Take-Profit dasselbe wie ein Kursziel?

Nein. Ein Analystenkursziel ist eine Einschätzung eines möglichen Kurses, ein Take-Profit dagegen ein Gewinnziel für eine offene Position.

Quellen und regulatorische Einordnung

Primärquellen: Börse und Aufsicht

Brokerquellen (produktspezifisch)

Die folgenden Quellen beschreiben die Take-Profit-Logik des jeweiligen Anbieters. Sie gelten nur für dessen Produkte und lassen sich nicht auf andere Broker übertragen.

Weitere Definition

Disclaimer

Die Informationen auf dieser Seite dienen ausschließlich der allgemeinen Information und stellen keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Alle Beispiele dienen der Veranschaulichung und berücksichtigen nicht die individuelle Situation einzelner Personen. Die actior AG übernimmt keine Haftung für finanzielle Verluste oder entgangene Gewinne.

Die rechtlichen Hinweise zur Orderausführung beruhen auf allgemeinen Grundsätzen und ersetzen keine individuelle Prüfung durch eine qualifizierte Rechtsberatung. Maßgeblich sind stets die Vertragsbedingungen und Ausführungsgrundsätze des jeweiligen Brokers sowie die geltenden gesetzlichen Regelungen. Der Handel mit Finanzinstrumenten ist mit Risiken verbunden.

Über den Autor

Uwe Stegmann

Mit großer Begeisterung für künstliche Intelligenz analysiert Uwe Stegmann die Auswirkungen technologischer Entwicklungen auf den Finanzmarkt. Als Prokurist der actior AG verbindet er IT-Expertise mit strategischer Marktanalyse. Im KI DAX Radar beleuchtet er aktuelle KI-Trends und den DAX.

💡 Weiter geht's auf actior.de mit:

Alles über den DAX & Was ist Künstliche Intelligenz (KI) & Alle Nachrichten & Börsenglossar

Hier können Sie unseren Newsletter abonnieren.

▶️ YouTube↗  ·  🅕 Facebook↗  ·  📸 Instagram↗  ·  🎵 TikTok↗  – folge actior – DIE BROKER-EXPERTEN und verpasse keine KI- & Trading-Updates mehr.